Ausstellung/Gartenkunst

Reviving Life – ein Work in Progress für den Frieden von Zhenia Laptiy & kunstGarten

Ukrainian Garden View 2022 (Jane Laptiy)

Yevgenia Laptii (c) Jane Laptiy

 

Die junge ukrainische Künstlerin Jane Laptiy, die auch mit ROTOR Graz arbeitet, fand im heimatlichen Garten eine „Bombe“ und hat bei uns angefragt, ob wir im kunstGarten ein Projekt umsetzen könnten, das in einem Hochbeet eine oder mehrere „Bomben-Geschosse“ in schwarzer Erde zeigt, aus der langsam Lilien wachsen und dann ihre weißen duftenden Blüten öffnen. Sie schreibt: I thought of this project as a metaphorical project about reviving life. https://www.pressreader.com/austria/kleine-zeitung-kaernten/20220916/281629604120544

Jane Laptiy hat ihre Rückkehr aus der Ukraine nach Graz für den 15. Dezember angekündigt.
Es gab vorher virtuelle und dann reale Besprechungen, eine Anpassung ihrer Vorschläge an die Situation im kunstGarten. Ein Modell wurde von kunstGarten entwickelt Unsererseits wurden auch Sponsoren und Subventionsgeber*innen gesucht und dankenswerterweise gefunden.
Wir starten mit
Teil I: Die Grundform – der Lebensraum.
Als erstes werden die Grundlinien für den Aufbau des Hochbeetes ermittelt.
Das Fundament wird vorbereitet und das Beet aus den Tuffziegeln errichtet. Dezember 2022.
Im Anschluss wird es mit Baumschnitt, abgestorbenen winterlichen Pflanzenresten und Erde gefüllt und obenauf kommt die Schwarzerde. Vermutlich Anfang März.

Teil 2 erfolgt, wenn die „Bombe“ angeschafft worden ist und platziert werden kann: Tod & Vernichtung.
Die Bombe wird angefertigt und eingegraben. Vermutlich Mitte März. Das Heeresministerium kann uns leider keine echte abgeschossene Rakete zur Verfügung stellen, obwohl wir auch ein Museum sind. Nicht so groß wie das Heeresmuseum. Liegt es daran?
Teil 3: Die Lilienzwiebel kommen in die Erde. Ein Versuch neues Leben entstehen zu lassen. Voraussichtlich gegen Ende März, wenn die Lieferung eingetroffen ist.
Teil 4: Die Zwiebel treiben aus. Es gibt Hoffnung. Erstes Openig geplant am 13. Mai 2023.
Teil 5: Die Lilien blühen und duften, sie überwuchern die Bomben: Das Leben ist zurückgekehrt. 2. Opening!

Yevgenia Laptii ist 30 Jahre alt. Sie wurde in Charkiw, Ukraine, geboren und machte ihren Abschluss an der Charkiwer Kunstakademie für Design und Kunst (Fachrichtung „Kunstgeschichte“). Sie hat an verschiedenen Gruppen- und Einzelausstellungen in der Ukraine, Italien, Deutschland, Portugal und Österreich teilgenommen. Sie ist Preisträgerin des NonStopMedia-Wettbewerbs 2018.

Statement der Künstlerin

Ich begann meine Karriere als Fotografin im Jahr 2016. Damals begann ich mit meinem ersten Fotoprojekt, bei dem ich mich von der Kultur der Romantik und der Natur des Dorfes, in dem ich lebte, inspirieren ließ. Das Dorf in der Region Charkiw, in das ich 2016 gezogen bin, hat eine große Rolle in meiner Entwicklung als Künstlerin gespielt.

Malerische Landschaften, in gewissem Sinne Verwahrlosung, Freiheit inspirierten mich zu zutiefst romantischen Bildern, durchdrungen von Individualität und Entfremdung von der Welt, Geschäftigkeit. Sie schuf Fotografien, in denen der Mensch ein integraler Bestandteil der Natur ist, sie ist in die Landschaft eingeschrieben, sie ergänzt sie. Durch die Erkenntnis „der Mensch ist Teil der Natur“ kam die Erkenntnis, dass der menschliche Körper sein größtes „Organ“ der Interaktion mit dieser Welt ist. Der Mensch ist ein Teil des Universums, und es ist durch den Körper, dass er die Welt kennt. Ich glaube, dass der Körper in unserer Gesellschaft in vielerlei Hinsicht als Element der Propaganda fungiert, er wird vulgarisiert und verleumdet, echte intime Körperlichkeit ist tabu. In meiner Arbeit schaffe ich ein eigenes mythologisches System, in dem der Körper in Harmonie mit der Umwelt lebt, er ist nicht tabu, er wird nicht versteckt, er lebt nach den Gesetzen des Universums. Darin sehe ich eine Chance, etablierte kulturelle Paradigmen zu verändern.

Bei all meinen Arbeiten verwende ich Photoshop. Schließlich sind alle meine Bilder nur eine Art Vorbereitung für die weitere „Schöpfung“ der Fotografie. Als Künstlerin bin ich nicht an der Unmittelbarkeit des Augenblicks interessiert, im Gegenteil, ich schaffe Werke, die rein fiktional sind. Die Reflexion mit der Umwelt erfolgt durch eine vollständige Veränderung und Umwandlung der Form. Der Moment, der hier und jetzt existiert und durch das Foto wiedergegeben wird, wird gedehnt, nivelliert und dient nur als Rohling für die Schaffung neuer künstlerischer Formen und symbolischer Sitzungen.

Das heißt, ich bemühe mich, die umgebende Welt durch das Prisma des Inneren, der Symbolik und der Mythologisierung des Alltags zu zeigen. Schließlich kann man den Moment nur erfassen, indem man ihn in der Zeit „dehnt“.

kunstgarten bemühte sich seit 23. November Sponsor*innen zu finden.  Auch Land Steiermark und die Steiermärkische Sparkasse haben wir um eine Unterstützung gebeten und suchen nach weiteren Zuschüssen.

Wir danken A9 und Jürgen Scherf und Gerald & Dominik Dunst, die durch ihre Unterstützung das Projekt ermöglichen werden:

Land Steiermark

 

 

 

Sonnenerde