Probenfoto: Wera Köhler
Premiere am 25. August 19:00. Weitere Termine 27., 28., 29. August jeweils 19:00.
Eine literarische Performance in Bildern nach Ingeborg Bachmann auf der Gartenbühne.

Ingeborg Bachmann (* 25. Juni 1926 in Klagenfurt; †17. Oktober 1973 in Rom; gelegentliches Pseudonym Ruth Keller).
© Bild: Heinz Bachmann
Der Geburtstag von Ingeborg Bachmann jährt sich 2026  zum hundertsten Mal. Die  Schriftstellerin gilt als eine der bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Mit ihrer Lyrik, ihren Hörspielen und Prosatexten verlieh sie der Literatur eine prägnante Struktur, die weder Sprachkritik, existenzielle Erfahrung noch politische Sensibilität vermissen lässt. Sie schreibt um Identitätsfindung, mögliche Erinnerungsfindungen oder Täuschungen, Benennung von Wahrheit und deren persönliche Geprägtheit. Sie schreibt den Zustand der Welt mit den Augen einer Frau ihrer Zeit.  Ein solches Jubiläum lädt dazu ein, Bachmann neu zu entdecken: nicht nur lesend, sondern auch hörend und sehend.
Irmi Horn (Erzählerin)
Wera Köhler (alte Frau Jordan)
Inszenierung/Ausstattung: Irmi Horn
Die alte Frau Jordan lebt schon seit Jahren in einer kleinen Wohnung in einer abgewohnten Villa im Wiener Bezirk Hietzing, und niemand kann sich erinnern, daß sie je etwas anderes war als die „alte Frau Jordan“. Was sie vor allem am Leben erhielt, war der Stolz auf ihren Sohn Leo, ein renommierter Forscher, der seiner Mutter monatlich eine Unterstützung zukommen lässt. Seine Frau Franziska besucht ihre Schwiegermutter häufiger und ist über die bescheidenen Lebensumstände, in der die alte Frau wohnt, entsetzt. Sie bemerkt auch, dass es zwischen Mutter und Sohn ein Geheimnis geben muss. Bachmann zeichnet das unglaublich filigrane Porträt zweier Frauen: der Mutter sowie der Ehefrau des Psychologen Leo Jordan. Beide leben in einer Welt des Selbstbetrugs, idealisieren Sohn bzw. Ehemann, der doch nicht mehr ist als ein Egomane. Sinnbild für alles Verdrängte ist der Hund der alten Frau Jordan, Nuri, der ihren Sohn anzubellen pflegte, bis sie ihn gebrochenen Herzens weggab.
Ein zerbrechliches, atemberaubendes Stück Literatur.
Bachmann erzählt von Örtlichkeiten und Menschen – in der vollständigen Abgründigkeit des „Normalen“. Es muss ausgesprochen werden, damit eine Ahnung von dem wach wird, was wirklich geschehen ist und geschieht: Holocaust, Bruderhass, sexuelle Nötigung …
INFORMATION
- Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis spätestens 2 Stunden vor Programmbeginn unter kunstgarten@mur.at oder +43 316 262787
