Film/Public Viewing, Literatur/Performance, Vortrag/Praesentation

In Memoriam Ingeborg Bachmann (25. Juni 1926 -17. Oktober 1973)

17. Oktober 1973: Ingeborg Bachmann stirbt in Rom an den Folgen schwerer Brandverletzungen.

In Memoriam: Gespräch, Text, Film

Ingeborg Bachmann war das erste von drei Kindern des Volksschullehrers Matthias Bachmann (1895–1973) und seiner Frau Olga (geborene Haas, 1901–1998). Der Vater stammte aus einer Bauernfamilie im Kärntner Gailtal, wo Bachmann prägende Teile ihrer Kindheit verbrachte. Die Volksschule und das Ursulinengymnasium absolvierte sie allerdings in Klagenfurt, wohin die Eltern kurz vor ihrer Geburt gezogen waren.

ORF-ZITAT

Bachmann verbrachte als Kind ihre Sommer im Kärntner Gailtal, auf Slowenisch Ziljska dolina, im Dreiländereck von Österreich, Slowenien und Italien. Die Großeltern väterlicherseits waren in Obervellach verwurzelt, sie hatten dort einen Hof. Immer wieder kehrte Bachmann dorthin zurück, so auch mit dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch, mit dem sie eine mehrjährige schwierige Beziehung verband.

Bachmann brach nach dem Krieg nach Wien auf, um Philosophie zu studieren – und um Schriftstellerin zu werden. Wien sollte zu ihrem wichtigsten literarischen Schauplatz werden, nicht zuletzt in ihrem ersten Roman „Malina“, der den Auftakt zu ihrem unvollendet gebliebenen Romanzyklus „Todesarten“ bildete.

Auf die Frage, welchen Anspruch sie an das eigene Schreiben habe, sagte Bachmann in einem ORF-Interview 1969: „Intellektuelle Redlichkeit. Der Versuch, nicht mehr zu sagen, als man sagen kann. Und: sich nicht übernehmen mit Pseudoproblemen, die man sich äußerlich angeeignet hat.“

Bachmann war nicht nur Schriftstellerin, sie war vor allem auch Denkerin. Sie studierte Philosophie, dissertierte über Martin Heidegger und war der Inbegriff einer öffentlichen Intellektuellen, wiewohl sie sich selten zu Tagespolitischem äußerte. 1965 allerdings war sie aktiv im deutschen Wahlkampf für Willy Brandt und die SPD engagiert, an der Seite unter anderen von Günter Grass und Heinrich Böll, mit dem sie wie mit vielen anderen Geistesgrößen ihrer Zeit intensive Korrespondenz pflegte.

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