Workshop/Talk

3. Workshop Ortweinschule „The Camel Habitat: economic and cultural structures“

Barbara Hammer KAMEL, Holzschnitt/wood cut 2024

2024 steht laut Unesco im Zeichen der Kamele und ihrer Artgenossen. „In Anerkennung der entscheidenden Rolle, die die Kameliden als Lebensgrundlage für Millionen von Familien spielen“. So beginnt die Deklaration der Vereinten Nationen. Es soll damit ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie wichtig Kameliden für die Lebensgrundlagen vieler Menschen sind – und in Anbetracht des rasant fortschreitenden Klimawandels in Zukunft sogar noch wichtiger werden.
Millionenjahre sorgen die beiden Altwelt-Kamele – das einhöckrige Dromedar und das zweihöckrige Trampeltier, die so nahe miteinander verwandt sind, dass sie sich sogar miteinander fortpflanzen können und dann Tulus oder Bukhts genannt werden, und die Neuweltkamele in Südamerika wie Lamas, Guanakos, Alpakas und Vikunjas für Nahrung, vor allem Milchprodukte, für Wolle und Kompost, dienen als Transport- und Beförderungmittel, als Luxusrenntier etc. und sind besonders für die ärmsten Bevölkerungsschichten in Zeiten des Klimawandels von immenser Bedeutung.

„The Camel Habitat: economic and cultural structures“
Das Projekt nimmt Bezug auf das von der Uno deklarierte „Jahr der Kamele“ 2024 (International Year of Camelids 2024)
Kamele und die 6 Arten von Kamelen (Dromedare, Trampeltiere, Lamas, Alpakas, Vikunjas und Guanakos) sind als pflanzenfressende Säugetiere wesentlich für das Überleben der Menschen in zahlreichen, von Armut betroffenen, Ländern bzw. Gebieten der Welt. Es geht somit um die schwächsten Bevölkerungsgruppen der ländlichen Gesellschaften, wobei Kamele in den lebensfeindlichsten Ökosystemen der Erde überleben können und zur Bekämpfung des Hungers und zur Beseitigung der extremen Armut beitragen. Zu Beginn des Projekts wird das geografische, ökonomische und kulturelle Umfeld des Lebensraumes von Kamelen (insbesondere in Südwest- und Zentralasien, Nordafrika und Südamerika) beleuchtet. Die Unterschiede der Kamel-Arten (Anatomie/ Lebensweise/ kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung) werden besprochen und analysiert. Aspekte wie Nachhaltigkeit, die Stärkung der Rolle der Frauen, sowie Veränderungen durch den Klimawandel und die Globalisierung sind ebenfalls Bestandteil des Projekts.
Die Schüler*innen sind in die Planung involviert und recherchieren zunächst über diese Themen. Sie werden (nach Möglichkeit) das Weltmuseum in Wien besuchen und können dadurch bestimmte Bereiche, wie z.B. die Objekte außereuropäischer Kulturen, genauer analysieren. Der praktische Teil besteht zunächst darin, Zeichnungen (Skizzen und Studien) von unterschiedlichen Aspekten der Tier-Mensch-Beziehung, insbesondere in Bezug auf Kamel-Arten und ihren jeweiligen Lebensräumen, anzufertigen. Dabei können auch Bildausschnitte aus Zeitschriften bzw. Referenz-Fotos verwendet werden. Die Künstlerin Irmi Horn wird sie dabei im Rahmen eines Workshops vor Ort, im kunstGarten Graz, anleiten.
Diese einzelnen Zeichnungen sollen anschließend auf Folien übertragen und zu neuen Bildideen verändert werden. Die Kombinationen dienen dann als Vorlagen für einen Holzschnitt.
Die Künstlerin Barbara Hammer wird das Drucken der Motive gemeinsam mit den Schüler*innen durchführen. Dabei werden HDF-Platten und entsprechendes Werkzeug für den Holzschnitt, sowie spezielle Hochdruckfarben verwendet. Das Bearbeiten der Platten fördert das eigenständige Arbeiten der Schüler*innen- es sind auch Bildfolgen (mehrfarbiges Drucken mit verlorener Platte) möglich. Abschließend werden die Schüler*innen die Ergebnisse des Projekts im kunstGarten Graz öffentlich präsentieren.
Aktivitäten der Schüler*innen:
1. Diskussion: Die Beziehung Mensch-Tier (Arten von Kamelen und ihre kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung), die Bedeutung von Ökosystemen und Nachhaltigkeit/ Kulturen und Lebensbedingungen in Südwest- und Zentralasien, Nordafrika und Südamerika
2. Recherche: Filme über Kamele und deren Lebensraum, Studien online, in Bibliotheken, im Weltmuseum Wien, Recherche über Künstler*innen, die sich mit dem Leben von Kamelen befassten- Kurzreferate
3. Zeichnungen (Skizzen und Studien) mit Bleistift und Aquarellfarben
4. Entwicklung von Kompositionen (Kombination verschiedener Zeichnungen) als Reflexion zur Thematik; Auseinandersetzung mit Kompositionsarten
4. Drucken der Motive (Hochdruckverfahren: Holzschnitt)
5. Dokumentation der Entwicklung des Projekts (Fotos und Videos)
7. Präsentation der Ergebnisse
Aktivitäten der Künstler*innen:
Leitung der Workshops und praktische Hilfestellungen, Unterstützung bei der Recherche und
technischen Umsetzung, Dokumentation der Entwicklung des Projekts, Öffentlichkeitsarbeit,
Organisation und Präsentation der Ergebnisse im öffentlichen Raum

Der Ablauf:

Die Studierenden der Ortweinschule ( 1YHKU Klasse Mag.a Agnes Katschner) für Kunst & Gestaltung erlebten einen Workshop am Mittwoch 20. März von 14.30 bis 18.00 als informativen Einstieg – Recherche und Film – mit Irmi Horn.

Danach entwerfen sie ihre Arbeiten, die bei einem weiteren Workshop mit Barbara Hammer an der Ortweinschule, wo sie die Technik erlernen und den Druck ausführen:

Am 10. April wurden in der Ortweinschule die Holzschnittverfahren vorgestellt (Projektion) und die Entwürfe mittels Pauspapier auf die Druckplatte  übertragen. Mittels Stichel, Geißfuß, Schnitzmesse werden die ungefärbt bleibenden Teile abgehoben.

 

Am 17. Mai wird in der Ortweinschule beim 3. Workshop gedruckt. Dazu wird einiges gebraucht: Druckpapier, Bleistift, Lineal,
Linoldruckfarbe, Spachtel, Pinsel (dünn), Walze, Glasplatte.

 

Der 4. Workshop vo 14:35 – 18:00 findet wieder im kunstGarten statt. Die Schüler*innen der  1YHKU Klasse  hängen ihre Bilder und führen ein Künstler*innengespräch zu den fertiggestellten Arbeiten wer am 8. Mai um 16:30 für die Öffentlichkeit. Gefördert von OEAD.

Barbara Hammer wurde in Graz geboren, wo sie noch heute lebt und künstlerisch tätig ist.
Sie beschäftigt sich seit 1986 intensiv mit der Malerei und der Druckgrafik und suchte beständig nach Weiterbildung, so in Berlin und Dresden im Rahmen von Sommerakademien sowie in der Grafikwerkstatt Dresden (Technische Sammlung).
Barbara Hammer setzt sich in ihrer Kunst insbesonders mit dem Zeitgeschehen intensiv auseinander und bezieht Stellung zu Bedrohungen und Unrecht. Die Defizite im Umgang mit den Menschenrechten stehen aktuell im Zentrum ihrer Werke. Ihre zuletzt geschaffenen Radierungen sind zeitgemäße gesellschaftspolitische Statements.
Sie präsentierte ihre Werke bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland.
Sie ist Mitglied der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs und der Internationalen Vereinigung der Holzschneider XYLON, Sektion Österreich.

Die Generalversammlung stellt fest, dass Kameliden rein pflanzenfressende Säugetiere mit glatten Zehen sind, die vor 45 Millionen Jahren erstmals in Amerika auftraten, und dass es sechs lebende Arten von Kameliden gibt, nämlich Dromedarkamele, Trampeltiere, Lamas, Alpakas, Vikunjas und Guanakos in Nordafrika, Südwest- und Zentralasien, Ozeanien und Südamerika,

ferner in Anbetracht der Tatsache,  dass Kameliden die wichtigste Lebensgrundlage für Millionen armer Familien darstellen, die in den lebensfeindlichsten Ökosystemen der Erde leben, und dass sie zur Bekämpfung des Hungers, zur Beseitigung der extremen Armut, zur Stärkung der Rolle der Frau und zur nachhaltigen Nutzung der terrestrischen Ökosysteme beitragen,

in der Erkenntnis, dass eine umfassende Bewirtschaftung der von Kameliden gewonnenen Erzeugnisse die Eingliederung der schwächsten Bevölkerungsgruppen der ländlichen Gesellschaften fördern würde, was zur Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze und zur Förderung der Gleichstellung führen würde, und

ferner in der Erkenntnis, dass diese Arten ein wichtiger Bestandteil der kulturellen und spirituellen Identität der angestammten indigenen Völker sind und eine wichtige soziale Grundlage des traditionellen und zeitgenössischen Wissens dieser Völker bilden, die die genetische Artenvielfalt gepflegt, erhalten und geschützt haben,

In Anbetracht der Tatsache, dass Kameliden die Hauptquelle für Proteine, Fasern für Kleidung und Dünger für die landwirtschaftliche Produktion sind und dass sie als Lasttiere für den Transport von Menschen und Produkten in indigenen Gemeinschaften in den ausgedehnten Hochebenen der Anden Südamerikas sowie in den Wüsten Afrikas und Asiens dienen,

in Anbetracht der Tatsache, dass Kameliden eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels spielen können, insbesondere in trockenen und halbtrockenen Gebieten, und dass Anerkennung, Fürsprache und Unterstützung für die Förderung der Produkte und Dienstleistungen, die sie bereitstellen, für den Lebensunterhalt der Gemeinschaften, die von ihnen abhängig sind, von größter Bedeutung sind

unter Hinweis auf die dringende Notwendigkeit, das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der
Kameliden für die Ernährungssicherheit und die Funktionen des Ökosystems zu sensibilisieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Bewirtschaftung von Kameliden zu fördern, um einen Beitrag zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung zu leisten: International Year of Camelids, 2024.