Ausstellung/Gartenkunst

DIESE UNSERE WELT: PORTRAITS

Die Zwei Fridas, 1939

DIESE UNSERE WELT: PORTRAITS.
SCHAU AUF MICH, ERKENNE DICH.
Auf LW, Papier und Folie. Im kunstGarten und der Street Gallery. Bis 01.05.2022

Arbeiten von Monika Schönbacher-Frischenschlager, Kathrin Lorenz, Frida Kahlo, Louise-Élisabeth Vigée-Lebrun & und einige russische Portraits ohne Angabe.
Kuratiert von DP.in Irmi Horn

Monika Schönbacher-Frischenschlager SILVIA

Und wieder orientieren wir uns am Gegenüber. Suchen einen Moment der Begegnung, Auseinandersetzung, Verbindung. Über die Zeiten hinweg berührt uns der Ausdruck in Gesichtern, in Haltungen …

Wir begegnen Nacktheit und Angezogenheit. Bildlich, aber auch nur im Ausdruck von Mimik und Geste. Wir finden Schutzloses und Beherrschendes, Anziehendes und Abstoßendes, Mattes und Lebendiges … und alles hat mit unserer Entwicklung, unserer körperlichen und seelischen Verfassung zu tun und oft mit dem aktuellen Geschmack einer Gesellschaft.

Also bietet sich mit jedem Porträt ein Blick aus das eigene Ich: Eine Bestandsaufnahme von Wissen, natürlichem Zustand und Kunstverständnis der Betrachtenden, des Betrachtenden könnte sich neben dem vorübergleitenden Begegnen mit einem fremden Gesicht zu einer freudvollen Erinnerung, einer Wiederbegegnung mit der eigenen Geschichte, einem markanten Erkennen und einem gedanklichen Aufbruch entwickeln.

 

Die in Graz geborene Künstlerin Monika Schönbacher- Frischenschlager, absolvierte ein Studium zur Dipl. Pädagogin, als die sie bis 1991 tätig war und auch als Vortragende in der steirischen Lehrerfortbildung im Bereich Kunst ihr Wissen und Können weitergab. Ab 1991 widmete sie sich ganz der Kunst. Mit ihren Arbeiten ist sie in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten.Einige Werke sind in öffentlichen Gebäuden permanent ausgestellt.

Die Künstlerin ist eine Frau, die Natur in all ihren Facetten beobachtet, in ihrer Schönheit und Grausamkeit. Als vernunftbegabter Mensch liebt sie ausgewogene Gerechtigkeit und legt Wert auf den Reichtum der Vielfalt. Sie setzt sich in ihrer Arbeit seit mehr als 30 Jahren mit Themen auseinander, die mit der Zerstörung unserer Lebensräume aus ökonomischen Interessen zu tun haben und beleuchtet auch kritisch sozial- und gesellschaftsdogmatische Bedingungen unserer Kultur. Sie lenkt damit den Blick der Betrachtenden nicht nur auf visuell erfassbare Phänomene, sondern auch auf ihre eigene Wahrnehmung, die zu hinterfragen sie die Mitmenschen einlädt.Gern malt sie großformatige Bilderzyklen in Öl und schafft Installationen zu der von ihr präferierten Thematik. Zwei solcher Installationen, in denen sie Stellung zur Zerstörung der Biodiversität und zum Thema Wahrheitsfindung bezieht, sind im kunstGarten Graz zu sehen.Zur Umweltthematik gestaltete sie auch Bücher zum Nachdenken für Kinder und Erwachsene.

Die Mexikanerin Frida Kahlo ist zweifellos eine der bekanntesten und beliebtesten Malerinnen der Welt. Ihre eindrucksvollen Bilder, ihr bewegtes Leben und ihr ungewöhnlicher Lebensstil machten sie weltweilt zur Ikone und Kultfigur. Nach einem schweren Busunfall war sie von Schmerzen geplagt und musste im Laufe ihres Lebens zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. Die Liebe zur Kunst, zu ihrem Mann, dem Maler Diego Rivera, und zu ihrem Land Mexiko und seiner Volkskultur gaben ihr die Kraft zum Weiterleben. Kahlos Selbstporträts sind erfüllt von Symbolik, die auf ihr persönliches Leben verweist. Oft geht es dabei um ihre stürmische Beziehung mit Rivera und ihren zerbrochenen Körper. Kahlo brach alle Tabus ihrer Zeit und wurde zur Kultfigur. Ihre Kunst und ihr Lebensstil inspirieren Künstler wie Marina Abramović, Modedesigner wie Jean Paul Gaultier, Moschino und Dolce & Gabbana und Musiker wie Madonna und die Band Coldplay.

 

Marie Louise Elisabeth Vigée Le Brun „Portrait De La Comtesse Maria Theresia Bucquoi „,1793

Ein kleines Beispiel:

Die Zwei Fridas war ihr erstes großformatiges Ölgemälde. Zu dieser Zeit malte sie normal kleinformatige Arbeiten von ihrem Bett aus. Die eine der zwei Fridas, die händehaltend auf einer Bank sitzen und  durch eine Blutkanüle verbunden sind,  trägt ein europäisches viktorianisches Kleid, die andere eine traditionelle Tehuana-Tracht (Tehuantepec). Frida Kahlo malte das Bild kurz nach ihrer Scheidung von Diego Rivera.  Riveras Porträt in den Händen der rechten Frida und das fehlende Stück Herz der linken Frida zeigen ihre Gespaltenheit. Ihre europäischen Verbindungen lehnte der stark nationalistisch  denkende Ehemann ab.  Frida aber war durch den europäischen Einfluss ihres Vaters und den mexikanischen Einfluss ihrer Mutter geprägt.
In ihren Tagebüchern findet sich aber auch eine imaginäre Freundin in ihrer Kindheit. Sitzt sie mit dieser auf der Bank?
Mit dem Einsetzen ihres Körpers als Metapher nähert sie sich der Erkundung von Gender und Geschlechterrollen: Sie stellt sich mit Gesichtsbehaarung dar, Menstruationsblut steht für Fruchtbarkeit. Frida stellt ihre  persönlichen Erfahrungen als Frau in der mexikanischen Kultur dar und macht sie damit zu einem Symbol für die feministische Bewegung und ihre persönliche kulturelle Identität.
Die Mexikanerin Frida Kahlo ist zweifellos eine der bekanntesten und beliebtesten Malerinnen der Welt. Ihre eindrucksvollen Bilder, ihr bewegtes Leben und ihr ungewöhnlicher Lebensstil machten sie weltweilt zur Ikone und Kultfigur. Nach einem schweren Busunfall war sie von Schmerzen geplagt und musste im Laufe ihres Lebens zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. Die Liebe zur Kunst, zu ihrem Mann, dem Maler Diego Rivera, und zu ihrem Land Mexiko und seiner Volkskultur gaben ihr die Kraft zum Weiterleben. Kahlos Selbstporträts sind erfüllt von Symbolik, die auf ihr persönliches Leben verweist. Oft geht es dabei um ihre stürmische Beziehung mit Rivera und ihren zerbrochenen Körper. Kahlo brach alle Tabus ihrer Zeit und wurde zur Kultfigur. Ihre Kunst und ihr Lebensstil inspirieren Künstler wie Marina Abramović, Modedesigner wie Jean Paul Gaultier, Moschino und Dolce & Gabbana und Musiker wie Madonna und die Band Coldplay.

Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun (1755–1842), europaweit geschätzte Porträtmalerin des Rokoko und Klassizismus. Von ihr sind etwa 660 Porträts und 200 Landschaftsbilder erhalten, davon sind 37 Selbstporträts (20 eigenhändige Kopien).

Ausbildung

Élisabeth-Louise Vigée-Lebrun war die Tochter des nur mäßig erfolgreichen Pariser Malers Louis Vigée (1715–1767) und der Friseurin Jeanne Maissin (1728–1800), weshalb ihr Vater ihr erster Lehrmeister war. Nach dem frühen Tod des Vaters ließ sie sich von Gabriel Briard und später Claude-Joseph Vernet ausbilden.

Porträtistin

Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun verdiente rasch Geld mit Porträtaufträgen. Vor allem die Damen der Gesellschaft entdeckten die als hübsch geltende, aus armen Verhältnissen stammende Vigée und ließen sich gerne von ihr malen. Am 11. Januar 1776 heiratete Elisabeth-Louise den Kunsthändler Lebrun, der ihre künstlerische Tätigkeit weiter unterstützte.

Den Durchbruch erzielt die 24-jähirge Porträtistin, als sie 1778 Königin Marie-Antoinette verewigen durfte. Die Königin setzte auch die Aufnahme ihrer Lieblingsmalerin in der Akademie durch (gegen den Widerstand der männlichen Kollegen und mithilfe der Stimme von König Ludwig XVI.). Sie wurde am 31. Mai 1783 gemeinsam mit Adélaide Labille-Guiard zum Akademiemitglied. Die Gunst der Königin brachte Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun eine Vielzahl von Aufträgen ein, allerdings war die enge Verbindung der Malerin mit ihrem hochgestellten Modell 1789 der Grund, Paris zu verlassen.

Emigration und Rückkehr nach Paris

Zuerst emigrierte sie gemeinsam mit ihrer Tochter nach Italien, wo sie in Rom Porträts malte, dann reiste sie weiter nach Neapel, Wien, Berlin und St. Petersburg, wo sie Mitglieder des hohen Adels porträtierte. Ein heute in den Uffizien verwahrtes Selbstporträt Vigée-Lebruns von 1790 war ein Geschenk an den Großherzog der Toskana, den Bruder Marie-Antoinettes und späteren Kaiser Leopold II. von Österreich. Deshalb arbeitet die Malerin auch gerade an einem Bildnis von Marie-Antoinette an der Staffelei. Vermutlich wollte die Künstlerin sich damit auch als loyale Royalistin zu erkennen geben. Gekleidet ist Elisabeth Vigée-Lebrun in ein Kostüm mit Anklängen an die Mode der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, womit die Malerin ihre Beweunderung für Anthonis van Dyck zum Ausdruck brachte. Das durch die Drehung spontan wirkende Selbstporträt ging in die schon damals berühmte Galleria dei autoritratto [Galerie der Selbstporträts] ein.

Am 18. Januar 1802 konnte sie wieder nach Paris zurückkehren, wo sie in der Umgebung in einem Landhaus lebte. Um 1810 malte sie Madame de Staël, die sie auf einer Reise in die Schweiz kennengelernt hatte. Die Frauenrechtlerin und Dichterin ist in der Verkleidung der Corinna dargestellt, der Heldin ihres gleichnamigen Romans.

Vigée-Lebrun in Wien

Anfang 1793 kam Elisabeth Vigée-Lebrun nach Wien, wo sie sich bis April 1795 aufhielt. Sie schuf auch in der Residenzstadt der Habsburger bedeutende Porträts – allen voran für die fürstliche Familie Liechtenstein. So malte sie „Karoline Fürstin von Liechtenstein, geb. Gräfin von Manderscheidt, als Iris“ (Frau von Fürst Alois I.) und deren Schwägerin Hermenegilde in der Rolle der Ariadne. Beide Porträts hingen im klassizistischen Majoratshaus der Familie in der Herrengasse (abgerissen). Da sich im Werk von Vigée-Lebrun keine weiteren Rollenporträts nachweisen lassen, dürfte sie sich dafür – wie auch für die freiere Malweise und das Ideal der Natürlichkeit – an den Bildnissen von Angelika Kauffmann orientiert haben. Auch ihre Kenntnis der „Attitüden“ der Lady Hamilton in Neapel und der Darstellungen von Tänzerinnen in Fresken in Herculaneum nutzte die Malerin fruchtbar. Wie unkonventionell die Darstellung auf die Zeitgenossen gewirkt haben muss, verrät, dass de Großeltern des Fürsten ihr Befremden ausdrückten. Vigée-Lebrun schrieb dazu in ihren „Souvenirs“:

„Ich brachte das große Porträt der Fürstin Liechtenstein, das ich damals machte, nach Hietzing, um es zu vollenden. Diese junge Fürstin war sehr gutaussehend: ihr hübsches Gesicht hatte einen lieblichen und himmlischen Ausdruck, der mich auf die Idee brachte, sie als Iris darzustellen. Sie ist in ganzer Figur gemalt, und schwebt in die Lüfte, ihr Schleier, in den Farben des Regenbogens, umgibt sie und schwebt um sie herum. Man muss hinzufügen, dass ich sie mit nackten Füßen malte; aber als das Bild in der Galerie des Prinzen platziert wurde, waren die Oberhäupter der Familie sehr schockiert zu sehen, dass man die Fürstin ohne Schuhe zeigte. Der Fürst erzählte mir, dass er unter dem Porträt ein hübsches Paar Ballschuhe anrbingen ließ, die – so sagte er zu den Großeltern – im Begriffe waren, zu entgleiten und auf den Boden zu fallen.“

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