Bettina von Minnigerode & Günter Eichberger lesen aus ihrem Buch, das im Kulturmaschinen Verlag, 29.06.2026 erschienen ist.
Ein Sprachspiel für zwei Mitspieler:innen, die, von verschiedenen Planeten kommend, aufeinander zu schreiben. Das funktioniert ungefähr wie Teleportation. Spukhafte Fernwirkung. Es gibt erzählende, es gibt metaphorische Partien. Eine gewisse Jasna imaginiert sich einen Korrespondenzpartner, den sie Dichterdings nennt. Den gibt es aber möglicherweise wirklich. Der Dichterdings nennt Jasna in „seinen“ Beiträgen Limette. Sie ihn Stechapfel. Der Gemeine Stechapfel (Datura stramonium) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Die Limette besticht durch ihren süßsauren Geschmack. Und süßsauer sind auch ihre Reflexionen über das Verhältnis der Geschlechter. Der hochgiftige, formschöne Stechapfel lässt an die Beschreibung des Liebesakts in David Lynchs „Blue Velvet“ denken. Eine Vereinigung streben auch die fiktiven Figuren an. Die bleibt gleichwohl im Fiktiven, denn gemeinsam schwelgen sie in erotischen Erinnerungen an eine geliebte Undine, der beide nachtrauern.Ihr gemeinsamer Segeltörn im Niemandsmeer ist ein Abenteuer mit unsicherem Ausgang.Werden sie kentern oder sich retten?
Bettina von Minnigerode wurde in Hannover geboren. Sie machte 1978 in Hannover Abitur, um alsbald die Stadt zu verlassen: ihre Stationen waren Konstanz, London, Graz, München, Erlangen.
Studien: Psychologie, Anglistik, Germanistik und Geschichte. Abschluss als Übersetzerin in Graz. 2008 – 2012 erneut Psychologiestudium in Erlangen. Freie Autorin seit 2015, diverse Lesungen in und um Nürnberg. Mitautorin im Poetischen Theater Nürnberg Mitglied im VS (Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller), im Pegnesischen Blumenorden (Sprachgesellschaft in Nürnberg seit dem Barock) und in der Autorengruppe Wortwerk (Nürnberg und Erlangen).
Zahlreiche Veröffentlichungen u.a.
– Perspektiven – Ein multiples Narrativ, Bettina v. Minnigerode & Karsten P. Sturm, Iatros Verlag, Sonnefeld 201
– Lyrical Lapses – Verse und Verfehlungen, Bettina v. Minnigerode, Iatros Verlag, Sonnefeld 2019
– Raben spät verlegen, Kulturmaschinen Verlag, 2022
– #countmmeout, Kulturmaschinen, 2024
Günter Eichberger, geb. am 15.9.1959 in Oberzeiring, lebt bis zur Matura im obersteirischen Judenburg. Ab 1978 Studium der Germanistik und Anglistik in Graz, Promotion 1984 mit einer Dissertation über „Die Theorie der Praxis, die Praxis der Theorie. Das poetologische Selbstverständnis österreichischer Gegenwartsautoren“. Danach ca. ein Jahr lang Schulbibliothekar am Grazer Carneri-Gymnasium, ein halbes Jahr Redakteur für das Mitteilungsblatt der Hochschülerschaft der TU Graz und zwei Semester lang Lehrbeauftragter des germanistischen Instituts der KFUG. Bereits während des Studiums erste Publikationen in den Zeitschriften „Sterz“ (1979) und „manuskripte“ (1980) sowie Organisation von Lesungen in der Judenburger Buchhandlung Styria. Frühe Kontakte zu den Autoren aus dem Umfeld des Forum Stadtpark und Freundschaften insbesondere mit Wolfgang Bauer und Gunter Falk. Seit 1987 freiberuflicher Schriftsteller in Graz.
1988 erscheint seine erste Buchpublikation „Der Wolkenpfleger“ im Residenz Verlag, 1990 ebendort dann „Gemischter Chor“, nach einem Intermezzo bei Styria werden Günter Eichbergers Texte seit der „unautorisierten Autobiographie“ „Gesicht aus Sand“ (1999) mit wenigen Ausnahmen vom Klagenfurter Ritter Verlag herausgebracht. Er hat bisher insgesamt zwanzig Bücher veröffentlicht, elf davon bei Ritter, vorwiegend mit Prosa, aber auch Theaterstücken („Ferienmörder“, 2016), von denen etliche auf Grazer und Wiener Bühnen aufgeführt wurden. Seit den frühen 1980er Jahren wurden bislang insgesamt elf Hörspiele im ORF produziert und war der Autor mit eigenen Beiträgen in Sendungen des ORF/Steiermark zu Gast. Daneben war er seit Anfang der 1990er Jahre als Kolumnist für diverse steirische Medien tätig, u.a. als „Stadtflaneur“ in der „Kleinen Zeitung“ bzw. als Gastrokritiker für die Steiermark-Ausgabe der Wochenzeitung „Falter“.
Günter Eichberger erhielt für sein Werk zahlreiche Preise, u.a. 1980 Förderungspreis des „Forum Stadtpark“, 1985 Lesezirkelpreis, 1987 Förderungspreis der Stadt Graz, 1990 Theodor-Körner-Preis, 1999 Siemens-Förderungspreis und 2020 Literaturpreis des Landes Steiermark.
INFORMATION
- Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis spätestens 2 Stunden vor Programmbeginn – bei einer Matinée bitte bis zum Vorabend – unter kunstgarten@mur.at oder +43 316 262787
- Preis
