Workshop/Diskussion/Vortrag

100 Jahre: FRAUEN & BAUHAUS.

1919 war Europa im Aufbruch. Nachdem der Erste Weltkrieg vor allem unzähligen Männern das Leben gekostet hatte, erkannten die Frauen ihre Chance, sich stärker als zuvor ins gesellschaftliche Leben einzubringen, sei es in der Politik, in der Kunst oder in der Wissenschaft:  Rosa Luxemburg, Käthe Kollwitz, Marie Curie, Marguerite Duras, Coco Chanel etc.

Das gerade eben gegründete Bauhaus im Weimar zum Beispiel steht zwar offiziell Männern wie Frauen offen, doch die Wirklichkeit sieht etwas anders aus. Schon nach wenigen Wochen müssen die Schülerinnen erfahren, dass Frauenemanzipation vor allem unter den Lehrmeistern oft nur ein müdes Lippenbekenntnis ist. Allen voran Walter Gropius, der es, ganz entgegen seiner eigenen Satzung, nicht gern sieht, wenn die jungen Frauen an seinem Institut den Männern Konkurrenz zu machen drohen. Die Geister, die Gropius rief und die nun in großer Zahl erscheinen, sind ihm schon nach kurzer Zeit unheimlich geworden. (https://www.mdr.de/kultur/unda-hoerner-das-jahr-der-frauen-102.html)

Die 3YHKUBKO Schüler*innen Klasse Mag. Agnes Katschner der Höheren technische Bundeslehranstalt ‚Ortweinschule‘ Graz gestalten gemeinsam mit dem Kulturpartner kunstGarten eine Ausstellung zum Thema 100 Jahre: Frauenbewegung und Bauhaus. Durch historische Aufarbeitung stoßen die Schüler*innen auf Zusammenhänge, die über die „Kunst“ deutlich gemacht wurden: Das Konzept der Zusammenführung von Kunst und Handwerk hatte nicht nur Auswirkung auf die Architektur sondern damit auch auf soziale Lebensbedingungen. Diese Tendenz war in den Zeiten des Nationalsozialismus genauso wenig erwünscht wie der Wunsch der Frauen auf Gleichberechtigung oder Gleichbehandlung. In der Technik des Druckes, der durch Bauhaus initiierten Vervielfältigung eines Kunstwerkes, erarbeiten die Schüler*innen nach den vorangegangenen Workshops/Vorträgen zusammen mit ihrer Lehrerin in der Schule Plakate, die einerseits die Lebensbedingungen der Frauen vor 100 Jahren, andererseits ihre Entwicklung bis heute in den Fokus nehmen und drucken diese dann bei Risograd, Puchstraße 41, 8020 Graz. Risograd ist ein selbstverwalteter Druckraum in Graz, der Platz bietet, sich mit dem Medium Druck vertraut zu machen – mit und ohne Vorkenntnisse. Dabei soll Raum sein für Auseinandersetzungen mit individuellen und kollektiven Arbeitsweisen, ästhetischen Verlangen und ideellen Ansprüchen. Thematisch geht es oft um Details und grobe Entwürfe zugleich: der Alltag, das Absurde, die Stadt, das Verrückte, der Rand und die Gesellschaft.

März: 2 x jeweils Donnerstag, 14.30- 18.00 Workshop im kunstGarten. Bilder-Vortrag durch Eveline Thalmann, MA, derzeit Tirana und muss für den Vortrag Bertha von Suttner „Über die Frauen“ aus dem „Maschinenalter“anreisen, Historikerin Hanna Stein aus der Bauhausstadt Dessau, seit 2014 in Graz (Genderstudien-Masterprogramm), Elisabeth Pressl, MA – Transkulturelle Kommunikation, seit 2015 Digital Humanities), Mitbegründerin von Risograd und Irmi Horn (Diplom Pädagogin, Autorin, Regisseurin, Schauspielerin, Vortragende und künstlerische Leiterin von kunstGarten in Graz, 2017 Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark für kulturelles Engagement) April- Mai: Entwurfgestaltung in der Schule. Wöchentlich 3,5 Stunden Unterricht mit Mag.a Katschner. Mit dieser engagierten Lehrerin und sensiblen Künstlerin haben wir schon mehrmals erfolgreich zusammen gearbeitet; aber auch ihr eigenes künstlerisches Werk bei Ausstellungen gezeigt. Mai-Juni: 2 Workshops-Druckprozess bei Risograd – Freies Atelierhaus Schaumbad Graz, Puchstraße 41, 8020 Graz. Leitung: Elisabeth Pressl. Die Risographie -eine Art beschleunigtes Siebdruckverfahren, wird dabei als zugängliches Mittel genutzt, um sich mit Techniken, Farben und Formaten künstlerischen und inhaltlichen Positionen zu widmen. Ende Juni Projektpräsentation im kunstGarten mit allen Beteiligten.

https://www.theguardian.com/artanddesign/2009/nov/07/the-women-of-bauhaus